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15.07.2011 - Versmold

Elite-Student stoppt "stille Post"

Johannes Hoppe entwickelt Software-Strategie

Wenn Software-Entwickler ihren Auftraggebern aus der Wirtschaft neue Programme schreiben, kommt es häufig zu Kommunikationsproblemen. Oft sorgen die ausgeheckten Lösungen in der Firma nicht gleich für Klarheit. Der Versmolder Student Johannes Hoppe hat am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam eine Lösung entwickelt, wie das Umsetzen der Computer-Theorie in der Praxis besser den Weg in die Köpfe der Mitarbeiter findet.

Was sich kompliziert anhört, ist es bei genauer Betrachtung auch. Gemeinsam mit vier Kommilitonen sowie einem Beratungsunternehmen entwickelte Johannes Hoppe ein Werkzeug, das Anfertigung und Strukturierung eines ausgefeilten Software-Produktes unterstützt. »Wenn eine Software-Lösung gebraucht wird, sitzen zuerst Führungsetage und Entwickler zusammen«, veranschaulicht der 22-Jährige den Weg. Ehe die Lösung aber auf allen Ebenen ankomme, gehe häufig nach dem Stille-Post-Prinzip viel Information verloren. Das koste Kapazitäten und Geld.
Genau hier haben die findigen Elitestudenten des Potsdamer »Think Tanks« bei ihrer Bachelorarbeit angesetzt. Sie fertigten eine Art Betriebsanleitung an, die den Systementwicklern das Umsetzen von Projekten vereinfachen soll. Das Ergebnis stellte Hoppe jetzt mit seinen HPI-Kollegen beim Bachelorpodium vor. 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ließen sich am HPI von den Studenten in die Geheimnisse ihrer PC-Arbeit einweihen.
Die Grundlage für das logische Denken legte der Versmolder in den neun Jahren am CJD-Gymnasium. Mit den Leistungskursen Physik und Mathematik baute er im Jahr 2008 sein Abitur und bewarb sich bei der Elite-Universität. »Der ausgezeichnete Ruf des HPI gab den Ausschlag«, sagt der angehende IT-Spezialist, der weitere zwei Studienjahre an der »HPI-School of Design Thinking« dranhängt. Mit »Innovative Ideen für alle Lebensbereiche« ist die akademische Zusatzausbildung überschrieben, in der jeweils vier bis fünf Querdenker aus verschiedenen Disziplinen »bessere Lösungen entwickeln«, wie es selbstbewusst in der Eigenwerbung der »D-School« heißt.
»Konzeption und Umsetzung werden nicht von den gleichen Abteilungen durchgeführt«, sagt Johannes Hoppe und kommt auf sein Projekt zurück. Beim Übergang gingen Erkenntnisse verloren, die entscheidend für Software-Entwicklung seien. Das Prinzip »Alles aus einer Hand« kennt er vom CJD-Gymnasium, wo er nicht nur Naturwissenschaften besonders gern studierte. »Acht Jahre habe ich im Christophorus-Jugendkammerchor gesungen. Da lernt man Bühnen- und Teamfähigkeit.« Die engen Kontakte, die der Potsdamer noch zu seinen damaligen Mitsängern hält, sind ein Beleg gelebter Heimatliebe.

Von Burkhard Hoeltzenbein

aus dem Versmolder Anzeiger vom 15.07.2011

 


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